THE SEARCHERS

02. November // Mo. // 20:15 // Kinosaal // Kino

John Ford. USA 1956. 119 Min. OV. Mit John Wayne, Natalie Wood, Ward Bond, Vera Miles, Jeffrey Hunter.

Der Südstaaten-Soldat Ethan Edwards kehrt nach acht Jahren der Abwesenheit hochdekoriert und reich zurück zur Farm seiner Familie. Kurz darauf wird die Rinderfarm seines Nachbarn von einer Gruppe Comanchen überfallen, und Ethan eilt ihm zur Hilfe. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass der vermeintliche Angriff auf die Rinderfarm lediglich ein Ablenkungsmanöver war und die Comanchen die fehlende Bewachung der Edwards-Farm genutzt haben, um Ethans Bruder und seine Frau zu massakrieren und ihre beiden Töchter Lucy und Debbie zu entführen. Gemeinsam mit Lucys Verlobtem und Debbies Adoptivbruder macht sich Ethan auf die Suche… 

Die Auseinandersetzung mit THE SEARCHERS zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Martin Scorsese – in WHO’S THAT KNOCKING AT MY DOOR setzt Harvey Keitel einer Frau die Vorzüge des Films auseinander, dann besuchen die Figuren in MEAN STREETS eine Vorführung des Klassikers, und am Ende von THE IRISHMAN wird ganz direkt Bezug auf den legendären Schluss des Films genommen. THE SEARCHERS ist nicht nur für Scorsese (und seinen Kollegen Paul Schrader, der die Drehbücher für einige seiner besten Filme schrieb), sondern für die gesamte Generation von New-Hollywood-Filmemachern zu einer Art Matrix geworden. 

Am deutlichsten wird diese Auseinandersetzung mit dem großen Leuchtstern in TAXI DRIVER, dessen (vermeintlicher) Held Travis Bickle eindeutig an John Waynes Ethan Edwards angelehnt ist. Beide Figuren sind Veteranen, vom Hass zerfressen und versuchen verzweifelt, einen Weg aus einem Leben der Gewalt zurück in die Zivilisation zu finden. 

Ford und Scorsese eint das große Projekt, in ihrem filmischen Werk die amerikanische Geschichtsschreibung nachzuvollziehen und umzudeuten. THE SEARCHERS ist nicht nur ein Wendepunkt in der Geschichte des Westerns, er stellt auch einen radikalen Bruch mit Fords eigenem Schaffen dar, hinterfragt der Film doch nicht zuletzt die Darstellung der amerikanischen Ureinwohner im herkömmlichen US-Western. Was bleibt, ist ein Meilenstein des Hollywood-Kinos, der auch 70 Jahre nach Erscheinen immer noch eine vielschichtige und komplexe Auseinandersetzung mit den ureigenen Amerikamythen ist.

Die weiteren Termine in der Reihe:

New York, New York So 8. Nov 2026, 19:00 Uhr
The Red Shoes Do 12. Nov 2026, 20:00 Uhr 
Raging Bull So 15. Nov 2026, 19:00 Uhr
The King of Comedy Mo 7. Dez 2026, 20:00 Uhr
Goodfellas So 13. Dez 2026, 19:00 Uhr
Cape Fear Mi 16. Dez 2026, 20:00 Uhr
The Age of Innocence Di 12. Jan 2027, 19:00 Uhr
Casino So 17. Jan 2027, 19:00 Uhr
Shutter Island Mi 27. Jan 2027, 20:00 Uhr
The Wolf of Wall Street Mo 8. Feb 2027, 19:00 Uhr

 

 

Mo.02.11.Di.03.11.Mi.04.11.Do.05.11.Fr.06.11.Sa.07.11.So.08.11.
20:15
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen