
Martin Scorsese: MEAN STREETS
12. Oktober // Mo. // 20:00 // Kinosaal // Kino
Martin Scorsese. USA 1973. 110 Min. OV mit engl. UT. Mit Harvey Keitel, Robert De Niro, David Proval, Richard Romanus, Amy Robinson, David Carradine.
Auftakt unserer Filmreihe MARTIN SCORSESE TELLING STORIES.
Das New Yorker Stadtviertel Little Italy, Anfang der 1970er Jahre. Hier lebt Charlie, junges Mitglied eines italienischen Gangsterclans. Er hadert mit seinem tief verinnerlichten katholischen Glauben – brav gesteht er betend seine Sünden, um im selben Moment trotzig zu behaupten, dass ihm die Kirche egal wäre. Seine Liebesbeziehung zu Teresa hängt er nicht an die große Glocke – er weiß nur zu gut, dass sein Onkel Giovanni, das Oberhaupt der Familie, diese Beziehung nicht gutheißt. Denn Giovanni hat andere Pläne: Das kleine, unauffällige italienische Restaurant, in dessen Hinterzimmer die Zentrale der Familie ist, soll bald gegen ein nobles Restaurant in einer besseren Gegend eingetauscht werden. Und Charlie soll es dann leiten. Bis dahin hat er sich als Schutzgeldeintreiber seine Sporen zu verdienen.
Doch so richtig erfolgreich ist Charlie nicht: Die betreffenden Pächter jammern ihm die Ohren voll, und ohnehin vertreibt sich Charlie viel lieber die Zeit in der Rotlicht-Spelunke, wo er allabendlich seinen besten Freund Johnny-Boy trifft. Dem steht das Wasser bis zum Hals – er hat Schulden über Schulden, und Michael, ein etwas glückloser Schmuggler und Kredithai, verliert langsam die Geduld: Bis morgen Abend will er sein Geld zurück. In einer Mischung aus Hingabe und Autorität versucht Charlie, seinem Freund klar zu machen, dass der in großer Gefahr schwebt. Johnny ist das alles völlig egal…
Nach seiner Immatrikulation an der Universität wechselte Scorsese schnell ins Studienfach Film und konnte mit einigen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machen. Beflügelt vom Zuspruch erarbeitete er ein Drehbuch, dessen Verfilmung in der ersten Fassung vollständig floppte und erst 1968 nach mehreren Überarbeitungen unter dem Titel Who’s that Knocking at My Door sein Publikum fand. Scorsese konnte bei Roger Corman Fuß fassen und bekam Folgeaufträge für Regie und Schnitt. MEAN STREETS ist dann wieder ein eigen-initiiertes Herzensprojekt, das in dem Sinne als Fortsetzung von Who’s that Knocking gesehen werden kann, als es vergleichbare Lebenswirklichkeiten in Little Italy thematisiert. Obgleich der Film – insbesondere durch viele dokumentarische Bilder von den Festumzügen am San-Gennaro-Fest – eine überaus authentische Anmutung des Milieus entfaltet, wurde er zum größten Teil in L.A. gedreht. Einzig die Außenaufnahmen entstanden in New York – und da er an den Reisekosten sparen musste, konnte Scorsese manche Figuren nur in Innenräumen zeigen, was gelegentlich zu seltsamen Sprüngen in der Handlung führt.
Die weiteren Termine in der Reihe:
Taxi Driver Di 27. Okt 2026, 20:00 Uhr
The Searchers Mo 2. Nov 2026, 20:15 Uhr
New York, New York So 8. Nov 2026, 19:00 Uhr
The Red Shoes Do 12. Nov 2026, 20:00 Uhr
Raging Bull So 15. Nov 2026, 19:00 Uhr
The King of Comedy Mo 7. Dez 2026, 20:00 Uhr
Goodfellas So 13. Dez 2026, 19:00 Uhr
Cape Fear Mi 16. Dez 2026, 20:00 Uhr
The Age of Innocence Di 12. Jan 2027, 19:00 Uhr
Casino So 17. Jan 2027, 19:00 Uhr
Shutter Island Mi 27. Jan 2027, 20:00 Uhr
The Wolf of Wall Street Mo 8. Feb 2027, 19:00 Uhr
| Mo. | Di. | Mi. | Do. | Fr. | Sa. | So. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 20:00 |