Martin Scorsese: GODDFELLAS

13. Dezember // So. // 19:00 // Kinosaal // Kino

Martin Scorsese. USA 1990. 146 Min. OV. Mit Ray Liotta, Lorraine Bracco, Robert De Niro, Joe Pesci, Frank Vincent.

„As far back as I can remember, I always wanted to be a gangster.“ Mit diesem naiv daherkommenden Bekenntnis der Hauptfigur setzt ein breitgelagertes Sittengemälde des italoamerikanischen Mafia-Milieus ein, das dem romantischen Ideal des Gentleman-Gangsters von Anbeginn ein abstoßendes Bild ruchloser Gewalttäter gegenüberstellt. Aber damit sind wir schon mitten in der Filmhandlung, die ihren Anfang in den 1950er Jahren nimmt, als Henry Hill in Brooklyn aufwächst und bewundernd auf den hier herrschenden Mafia-Clan um Paulie Cicero blickt. Seine Bewunderung bleibt nicht unbemerkt: Man gibt dem Knaben erst kleine Jobs, dann größere, und als er die Feuertaufe besteht – er verpfeift niemanden, als er erwischt wird – gehört er dazu. Gemeinsam mit seinen mentorhaften Gangster-Freunden Jimmy Conway und Tommy DeVito führt er das Leben eines unantastbaren Mafiosos. Dabei dreht sich die Spirale der Gewalt, die von den dreien ausgeht, immer höher – so wandern sie auch mal ins Zuchthaus, und irgendwann ist es auch den Oberhäuptern der ehrenwerten Familien zu bunt. Schließlich steuert Henrys rauschhaftes Leben einem jämmerlichen Ende entgegen.

Es gibt wohl kaum einen Mafia-Film, der so schonungslos die ganz und gar unehrenhafte Attitüde dieses Milieus offenlegt und dabei gleichzeitig doch so viele Kinomomente hervorbringt, in denen das abstoßende Wesen dieser Verbrecher in Kultszenen gegossen wird, die man immer wieder sehen möchte. Man denke nur an jenen Moment, in dem der junge Kellner namens Spider die Chuzpe hat, sich mit Tommy anzulegen. Von diesem ritualisierten Bösen geht eine eigentümliche Faszination aus, die freilich durch die geschliffene Form, die Scorsese ihm verleiht, noch gesteigert wird. Die fließenden Kamerabewegungen, der kontrastive Einsatz von zeitgenössischen Pop-Songs oder die pointierte Farbdramaturgie – all diese typischen Signaturen von Scorseses Filmen finden sich in GOODFELLAS meisterhaft verbunden.

 

Die weiteren Termine in der Reihe:

Cape Fear Mi 16. Dez 2026, 20:00 Uhr
The Age of Innocence Di 12. Jan 2027, 19:00 Uhr
Casino So 17. Jan 2027, 19:00 Uhr
Shutter Island Mi 27. Jan 2027, 20:00 Uhr
The Wolf of Wall Street Mo 8. Feb 2027, 19:00 Uhr

 

Mo.07.12.Di.08.12.Mi.09.12.Do.10.12.Fr.11.12.Sa.12.12.So.13.12.
19:00
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen