Martin Scorsese: CAPE FEAR

16. Dezember // Mi. // 20:00 // Kinosaal // Kino

Martin Scorsese. USA 1991. 128 Min. OV. Musik: Bernard Herrmann, arr. Elmer Bernstein. Mit Robert De Niro, Nick Nolte, Jessica Lange, Juliette Lewis, Robert Mitchum, Gregory Peck, Martin Balsam.

Anwalt Sam Bowden führt mit seiner Ehefrau Leigh und der 15-jährigen Tochter Danielle ein ruhiges Familienleben in einer Kleinstadt in Florida. Doch die Tage der Ruhe sind gezählt – denn Max Cady wird aus dem Gefängnis entlassen. Vor 14 Jahren landete er wegen einer brutalen Vergewaltigung hinter Gittern. Cady nutzte die lange Zeit, um sich juristisch fortzubilden. So fand er beim Studium der Prozessakten heraus, dass Sam, sein damaliger Pflichtverteidiger, ein Gutachten unterschlug. So stellte Sam damals sicher, dass Cady seiner Strafe nicht durch einen juristischen Winkelzug entgeht. Jetzt lauert Cady seinem damaligen Verteidiger auf und macht ihm deutlich, dass er Rache nehmen will. Und er spielt ein perfides Spiel: Er weist die Behörden auf Sams Verfahrensverstoß hin, er sät Misstrauen in dessen Ehe, er nähert sich übergriffig der verwirrten Tochter – und natürlich schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück… 

Die Initiative, ein Remake des Originalfilms von 1962 zu drehen, ging von Steven Spielberg aus; dem erschien der Stoff dann allerdings zu brutal, und so tauschte er die Regie mit Martin Scorsese, der ihm im Gegenzug Schindler’s List überließ. Spielberg agierte im Hintergrund weiter als Produzent, wollte aber in den Credits ungenannt bleiben, um beim Publikum nicht die Erwartung zu schüren, hier ginge es um eine im Endeffekt versöhnliche Familiengeschichte. In der Tat scherzte er später, dass er das Einspielergebnis schrumpfen sah, als er Scorseses Drehbuchänderungen las; dem nämlich war das familiäre Idyll zu harmonisch. Und so entwarf er das Bild einer Familie, die nur vordergründig zufrieden und glücklich ist – unter der Oberfläche gärt es gewaltig. Gleichwohl wurde CAPE FEAR Scorseses bis dahin kommerziell erfolgreichster Film. Nicht zuletzt wegen der grandiosen Darstellerriege, in der auch die beiden Hauptdarsteller des Originals Gastauftritte bekamen. Robert De Niro ließ sich für diese siebente Zusammenarbeit mit Scorsese seine Zähne kaputtfeilen (um sie anschließend wieder durch medizinische Eingriffe aufbauen zu lassen) – Method Acting in der Extremstufe. 

In seiner Wertschätzung für Filmgeschichte setzte sich Scorsese dafür ein, dass die Musik des Originals von Bernard Herrmann genutzt wurde – neu eingespielt von Filmmusik-Altmeister Elmer Bernstein.

 

Die weiteren Termine in der Reihe:

The Age of Innocence Di 12. Jan 2027, 19:00 Uhr
Casino So 17. Jan 2027, 19:00 Uhr
Shutter Island Mi 27. Jan 2027, 20:00 Uhr
The Wolf of Wall Street Mo 8. Feb 2027, 19:00 Uhr

 

Mo.14.12.Di.15.12.Mi.16.12.Do.17.12.Fr.18.12.Sa.19.12.So.20.12.
20:00
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen