Her Private Hell

18. November // Mi. // 17:30 // Kinosaal // Kino

Nicolas Winding Refn. DK/USA 2026. 109 Min. Mit Sophie Thatcher, Charles Melton, Kristine Frøseth

Eine Welt aus Licht und perfekten Oberflächen. Ein urbanes Irgendwo-Irgendwann. In einem Hotel – so kühl-reduziert, dass es einem die Sprache verschlägt – residiert die junge Schauspielerin Elle hoch über dem Nebel, der sich über die Stadt gelegt hat und den nur einzelnen Hochhaustürme durchstechen. Elle soll eine Rolle im neuen Film ihres Vaters übernehmen. Worum es geht, ist nicht ganz klar – um schöne Menschen und schöne Dinge. – Szenenwechsel: Ein Mörder treibt sein furchtbares Unwesen. Seine Hände stecken in diamantbesetzten Handschuhen, mit denen er seinen Opfern den Brustkorb auftrennt. Und dann ist da noch der Soldat Private K, der seine Tochter sucht, die im Japan der Nachkriegszeit verschwand…

Ganz stringent klingt die Handlung nicht. Stilistisch fühlt man sich sogleich an Refns letzte Filme erinnert, insbesondere Neon Demon. Was aber das Inhaltlich angeht, so gibt der Regisseur ganz unverblümt zu, dass er es sein Ziel sei, sein Unterbewusstsein auf die Leinwand zu bringen. Neonlichter, atemberaubend schöne Oberfläche, langsame Kamerabewegungen, die den Zuschauer ins Geschehen zu saugen scheinen, Momente exzessiver Brutalität, dazu eine opernhafte, exaltierte Musik, die diesmal der italienische Komponist Pino Donaggio schrieb, der nicht nur in seiner Heimat die Musik zu zahlreichen Giallos schrieb, sondern auch für etliche Filme von Brian De Palma. Der zählt neben vielen anderen – unübersehbar auch David Lynch – zu Refns Vorbildern, seinen Inspirationsquellen, bei denen er einmal mehr aus dem Vollen schöpft.

Mo.16.11.Di.17.11.Mi.18.11.Do.19.11.Fr.20.11.Sa.21.11.So.22.11.
17:3017:3016:3019:30
20:0020:1520:30
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen