Dokumentarfilm-Sommer: SCHWARZERS KOSMOS

31. August // Mo. // 18:00 // Kinosaal // Kino

Klaus Martens. D 2026. 90 Min.

Er, Schwarzer, fängt sofort an. Der Film läuft gerade ein paar Sekunden, da poltert der Künstler auch schon los. Zunächst sind es nur Statements zu dem, was ein Künstler so tun muss, ganz allgemein. Und dass ihm niemand sagen dürfe, was er zu tun habe (Ausnahme mögen Ärzte sein, die ihm eine lebensrettende Spritze geben möchten). Ein paar Minuten später sind wir in Tesaloniki, wo eine elegante Galeristin sich freut, eine Ausstellung von ihm einzurichten. Aber kaum, dass die beiden Transporter mit den unzähligen (und man wundert sich: kaum stoßfest verpackten) Bildern und Plastiken eingetroffen sind, da beginnt Schwarzer zu schimpfen und zu pöbeln, dass uns die Spucke wegbleibt.

Denn der Düsseldorfer Künstler Bernd Schwarzer hat eine klare Vision von dem, was er tut. Ganz bewusst arbeitet er an einem „Gesamtkunstwerk“, er nennt es das „Europa Kunstwerk“. Solcher Art politisch aufgeladen, hängen seine Bilder nicht nur in den Museen, sondern im Schloss Bellevue beim Deutschen Bundespräsidenten, im Bundestag und im Europäischen Parlament. Schwarzers pastose Technik, seine handwerklichen Qualitäten sind ohne jeden Zweifel einzigartig – manchmal ist sogar von Genialität die Rede. Dann aber entgleitet ihm immer wieder die Kontrolle über sich und seine Kunst. Schwarzer strapaziert die Geduld seiner Sammler und Galeristen und treibt die, die an ihn glauben, in schiere Verzweiflung. Dem Künstler scheint jedes Maß für sich und seine Kunst verloren zu gehen.

Der Film zeichnet das Sittenbild eines exzentrischen Kunstmarktes mit all den dazugehörigen Klischees von Unangepasstheit, Freiheit, Genie und Wahnsinn. Am Ende des Films geht es nur noch um die Frage, ob der Künstler selbst diesen Wahnsinn überstehen wird.

Mo.31.08.Di.01.09.Mi.02.09.Do.03.09.Fr.04.09.Sa.05.09.So.06.09.
18:00
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen