Das Verbot der KPD im August 1956

27. August // Do. // 19:00 // Galerie // Lesung

Referat und Diskussion mit: Georg Fülberth

Nach wenigen Jahren legaler Parteiarbeit seit dem Ende des Faschismus und des 2. Weltkriegs wurde die KPD am 17. August 1956 in der BRD verboten.
Es ist ein weiteres Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands und bedeutete Verfolgung und Repression für die Mitglieder.

Die (bis heute verbotene) KPD und ihre Mitglieder waren nicht nur im Widerstand gegen die faschistische Diktatur, sondern auch nach dem Ende des Faschismus 1945 aktiv im Kampf gegen Krieg, Militarisierung und Rechtsentwicklung.

Die Veranstaltung
• gibt einen Blick zurück, in die Jahre des Verbots der KPD
• zeigt Auswirkungen des KPD-Verbots für die weitere Entwicklung der BRD
• fragt nach Parallelen zur aktuellen Entwicklung von Kriegspolitik, Wehrpflicht, Sozial- und Demokratieabbau
• weist hin auf den Ausbau des Repressionsapparats, die Änderungen im Polizeigesetz in SH, die Militarisierung, die wieder vorgesehenen Berufsverbote, die Gesinnungsschnüffelei, die Versuche des Abbaus der Demokratie und
• fragt nach Ähnlichkeiten der Verhältnisse wie in den 50er-Jahren

Nachdem Kommunist:innen während des Faschismus als Widerstandskämpfer:innen in Zuchthäusern und Konzentrationslagern gefoltert und Zehntausende ermordet wurden, gab die Befreiung im Mai 1945 wieder den Auftakt für die legale Arbeit der KPD.

Der Beginn der 50er-Jahre war geprägt von dem Willen der Bevölkerung endlich in Frieden leben zu wollen. Die Adenauer-Regierung stellte dagegen die Debatte für Militarisierung und den Aufbau der Bundeswehr.

Es entwickelte sich Widerstand und eine Antikriegsbewegung, in der auch Kommunist:innen aktiv waren. Die „Ohne mich“ – Bewegung ist nur ein Beispiel, mit der gegen den geplanten Wehrdienst gekämpft wurde. Diese Bewegungen wollten die Regierenden der BRD mit aller Macht stoppen.

In der politischen Auseinandersetzung ging es jedoch in den Westzonen auch um die sozialen Fragen, um die Entwicklung zu Demokratie.
Allerdings war die Diskussion über eine alternative Gesellschaft, über Sozialismus statt Kapitalismus, über den Klassenkampf wenig ausgeprägt, soziale Fragen spielten nur in den konkreten sozialen Kämpfen eine Rolle.
Dennoch war den Herrschenden das Verbot der KPD in der jungen BRD wichtig. Die Gründe und welche weitreichenden Folgen für die Entwicklung der BRD das Verbot vom August 1956 hatte, das wollen wir diskutieren.

Ablauf
Begrüßung: Bettina Jürgensen, marxistische linke SH,
Moderation: Heinz Stehr, Netzwerk kommunistische Politik in der DKP SH
Referat und Diskussion

Der Referent: Georg Fülberth, Dr. phil., Jg. 1939. Von 1972 bis 2004 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg, mit den Forschungsschwerpunkten Theorie und Geschichte des Kapitalismus und Geschichte der Arbeiterbewegung.
Zahlreiche Bücher wie die Basiswissen-Bände ›Kapitalismus‹, ›Sozialismus‹ und ›Marxismus‹, publiziert in Zeitungen und Zeitschriften

Eine Veranstaltung der marxistische linke SH
mit Unterstützung vom Netzwerk kommunistische Politik in der DKP SH
und VVN-BdA Kiel, in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung SH

(Foto: Deutsche Fotothek, CC BY-SA 3.0 de)