Stanley-Kubrick-Retrospektive: 2001: A SPACE ODYSSEY

16. Dezember // Di. // 20:15 // Kinosaal // Kino

ZUSATZVERANSTALTUNG

Stanley Kubrick. GB/USA 1968. 149 Min. DCP. OmU. Mit Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, Daniel Richter, Douglas Rain.

Die Handlung setzt ein, lange bevor es Menschen gibt. Die Evolution hat verschiedene Spezies von Menschenaffen hervorgebracht, die wie alle anderen Lebensformen den Kreisläufen der Natur und dem Prinzip vom Recht des Stärkeren unterworfen sind. So könnte es weitergehen, wäre da nicht eine nicht näher bestimmte Instanz, die in das kosmische Geschehen eingreift und am Nachtlager der Affen ein Objekt hinterlässt, das die Erkenntnisfähigkeit der vorzeitlichen Geschöpfe spontan auf ein neues Niveau hebt. Nach dem berühmtesten Match Cut der Filmgeschichte setzt sich die Handlung fort – mittlerweile sind einige Millionen Jahre vergangen, und die Menschheit hat ihren Vorsprung an Intellekt soweit ausgereizt, dass sie eine künstliche Variante ihres eigenen Verstandes entwickelt hat. Und nicht nur das: Soeben wurde auf dem Mond ein Objekt gefunden, das Signale in Richtung Jupiter aussendet. Vielleicht findet sich dort ja die Antwort auf die Frage, woher wir kommen – oder auch wohin wir gehen…

Wenn es einen Film gibt, an dem Stanley Kubricks kameratechnischer Perfektionismus und seine Akkribie in der Ausführung aller Produktionsdetails am augenscheinlichsten wird, dann ist dies wohl 2001: A Space Odyssey. Die Darstellung der Raumschiffe und des Lebens im All setzt bis heute Maßstäbe, wie denn auch der gesamte Film auf der Ebene der visuellen Ästhetik, der kompromisslosen Gestaltung der Tonspur und nicht zuletzt des Einsatzes von Musik im Film als unübertroffenes Meisterwerk gilt.

In diesem Gewand erlesener Filmkunst berührt der Film tiefgreifende Fragen nach dem Wesen des menschlichen Seins und ethisch-moralischen Grundwerten. In unserer KI-begeisterten Gegenwart mag besonders interessant sein, dass in Kubricks Gegenüberstellung der von außen im Menschen initiierten Intelligenz und der vom Menschen selbst entwickelten künstlichen Intelligenz letztere deutlich unterlegen ist. Christopher Nolan übrigens hat das wohl anders gesehen: Liest man seinen Interstellar (2014) als Antwort auf Kubricks 2001 , dann entspringt dort die Lösung aller Probleme dem menschlichen Geist. Das wäre ja schön, aber Kubrick lag mit seiner These wohl richtiger…


Die weiteren Termine in der Stanley Kubrick Retrospektive

 

05. Jan 2026: A Clockwork Orange

 

11. Jan 2026: Barry Lyndon

 

19. Jan 2026: The Shining

 

26. Jan 2026: Full Metal Jacket

 

09. Feb 2026: Eyes Wide Shut

 

Mo.15.12.Di.16.12.Mi.17.12.Do.18.12.Fr.19.12.Sa.20.12.So.21.12.
19:00
20:15
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen