Playing God

16. Februar // Fr. // 18:30 // Kinosaal // Kino

Karin Jurschick. D, NL 2017. 95 Min. FSK nn. OmU. Dokumentarfilm

Es existieren mehrere Bezeichnungen für Kenneth R. Feinbergs berufliche Tätigkeit: „Master of Disaster“, „King Solomon“ oder „Pay Czar“. Kenneth Feinberg ist Anwalt und zwar Anwalt mit einem besonderen Schwerpunkt: Opferentschädigungen. Sein Auftragsportfolio umfasst die Verwaltung von Opferfonds, beispielsweise für die BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, er verteilte 180 Millionen Dollar an Vietnam-Veteranen im „Agent Orange Case“, er regelte Kompensationen für Attentate, sein wahrscheinlich prominentester Fall ist das Attentat vom 11. September 2001. Über Monate hört sich Ken Feinberg dann die tragischen Geschichten der betroffenen Menschen oder ihrer Hinterbliebenen an und setzt sich dabei auch immer ihrer Wut, Trauer und Verzweiflung aus. Das Ziel ist: nicht selbst verschuldetes Unrecht, das durch nationale Katastrophen entstanden ist, mit finanzieller Hilfe zu lindern. Was erst einmal ganz positiv klingt, der Staat hilft Opfern, kann jedoch bei differenzierter Betrachtung haarig anmuten, denn wo findet man die verbindliche Preisliste für verlorene Arme, Beine, Ehefrauen, Ehemänner, Geschwister oder Kinder? Und da es sie selbstverständlich nicht gibt, ist Ken Feinberg die Preisliste bzw. legt die einzelnen Summen fest. Er muss entscheiden, ob das Leben des Feuerwehrmanns, der beim Terrorattentat vom 11. September bei dem Versuch Menschenleben zu retten, mehr wert ist als der Börsenmakler, der pro Jahr weitaus mehr verdient hat als der Feuerwehrmann. Es kreist also um die Frage, was ein Menschenleben wert ist. Wonach „berechnet“ sich der Wert? Nach dem, was der Verstorbene verdient hat? Oder danach, wie viele Jahre der Mensch statistisch noch vor sich hätte? Neben Ken Feinberg, einem äußerst scharfsinnigen und charismatischen Akteur, den der Film bei seiner hektischen Arbeit auch in Limousinen und Flugzeugen begleitet, kommen auch Opfer und Hinterbliebene zu Wort – und durchaus mit kontroversen Ansichten.

Mo12.02.Di13.02.Mi14.02.Do15.02.Fr16.02.Sa17.02.So18.02.
18:3018:3018:30
€ 6 / € 5, € 55 / € 45, € 3, € 6,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen