Mit Diskussion zur Freiheit der Kunst und Freiheit der Kinos: Wildes Herz

20. Dezember // Do. // 20:30 // Kinosaal // Kino

Charly Hübner, Sebastian Schultz. D 2017. FSK 12. 90 Min. Dokumentarfilm

Die raue, nordische Schönheit von Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste auf der einen Seite, Arbeitslosigkeit, Landflucht und Entsolidarisierung auf der anderen. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Gehen oder bleiben? Nicht umsonst hat die Rostocker Band „Feine Sahne Fischfilet“ eine ihrer Platten mit diesem Titel versehen. Ihr Frontmann „Monchi“, dem sich dieser Dokumentarfilm widmet, hat selbst auf die harte Tour gelernt, was es heißt, kurz nach der Wende in der ostdeutschen Provinz aufzuwachsen. Schließlich war Rostock in den 90ern Schauplatz der bislang schlimmsten rechtsradikalen Ausschreitungen der Nachkriegszeit. Als 14-jähriger Hansa-Rostock-Ultra war Monchis größte Sorge jedoch, dass der Herzensverein gewinnt und die dritte Halbzeit ohne anschließende Verhaftung verläuft. Doch irgendwann ging ihm die Sinnlosigkeit der Randalen dem gegen den Strich, ebenso wie die Rechten, die zu den ersten Konzerten seiner Band kamen und bei den Gute-Laune-Liedern mitgröhlten. Ohne viele Worte zu verlieren, macht Monchi deutlich, dass er eine Position beziehen musste: Kein Bock auf Nazis. Dass diese Position bei Feine Sahne Fischfilet stets mit bedingungsloser Heimatverbundenheit geliefert wird, mag einen zunächst misstrauisch machen. Doch es sind eben keine identitären Konzepte und Ausschließlichkeiten, die seinen Begriff von Heimat ausmachen, sondern eine Form von Solidarität, die sich auf Offenheit beruft. Die Punkband hat ihre Finger dementsprechend schon in so manche offene Wunde gelegt, und somit hat auch Charlie Hübners Dokumentarfilm-Regiedebüt in der jüngeren Vergangenheit für Kontroversen gesorgt – so sehr, dass sogar Stimmen die Absetzung des Films (der im Übrigen mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgestattet wurde) forderten. Mit diesem Problem sehen wir uns als Kinobetreiber in letzter Zeit häufiger konfrontiert. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, zu diskutieren: Nicht nur über den Film, sondern auch über die Freiheit der Kunst und über die Freiheit des Kinos in derart rauen Zeiten wie unserer Gegenwart. – Wir diskutieren mit Gästen aus Film und Öffentlichkeit.

 

Mo17.12.Di18.12.Mi19.12.Do20.12.Fr21.12.Sa22.12.So23.12.
20:30
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen
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