Kuhle Wampe, oder: Wem gehört die Welt

26. Februar // Mi. // 20:00 // Kinosaal // Kino

Slatan Dudow. D 1932. 74 Min. Buch: Slatan Dudow, Bertold Brecht, Ernst Ottwald. Mit Ernst Busch, Hertha Thiele, Adolf Fischer

Berlin 1931. Der junge Bönike ist einer von Hunderten junger Männer, die morgens auf die Stellenanzeigen warten, um dann in einem regelrechten Wettrennen zu den annoncierenden Firmen zu hetzen – in der Hoffnung, eine der wenigen freien Stellen zu bekommen. Am Ende des Tages schlägt ihm die Resignation seiner Eltern entgegen: Warum hat er sich nicht mehr bemüht? Für den jungen Mann eine ausweglose Situation… Da die Miete nicht bezahlt werden kann, muss die Familie ausziehen; sie findet Unterschlupf in der Wochenendsiedlung Kuhle Wampe – im gewissen Sinne eine proletarische Gegenwelt zur Stadt. So findet hier ein großes Arbeiterfest mit sportlichen Wettkämpfen und Auftritten von Agitprop-Gruppen statt. Am Ende kommt es zu einem Streitgespräch mit einem dicken Bürger mit Stehkragen. „Und dieser Herr hier, der wird die Welt auch nicht ändern.“ „Und wer wird sie ändern?“ „Die, denen sie nicht gefällt!“

Der konsequenteste proletarische Film jener Jahre. Die Sequenzen sind nur in wenigen Momenten empathisch-illusionistisch gehalten. Viel mehr ist hier eine messerscharfe Dialektik am Werke, die die Zuschauer*innen stets zur Reflexion über die Mechanismen der Arbeitswelt anregt. Regisseur Slatan Dudow, ein gebürtiger Bulgare, war 1922 nach Deutschland gekommen, hatte u. a. bei Fritz Lang beim Film und bei Erwin Piscator am Theater assistiert und war bei Aufenthalten in Moskau mit Sergej Eisenstein in Kontakt getreten. Seine Zusammenarbeit mit Brecht wurde schließlich vom berüchtigsten Filmskandal der Weimarer Republik gekrönt, Kuhle Wampe wurde 1932 das erste Mal verboten: Er gefährde die „öffentliche Ordnung und Sicherheit sowie lebenswichtige Interessen des Staates.“ Nach mehreren Durchgängen gelangte der Film doch in die Kinos, um 1933 von den Nationalsozialisten umgehend verboten zu werden.

Mo24.02.Di25.02.Mi26.02.Do27.02.Fr28.02.Sa29.02.So01.03.
20:00
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen
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