Kieler Woche der Kinos: Gold

15. Oktober // So. // 18:30 // Kinosaal // Kino

Karl Hartl. D 1934. Mit Hans Albers, Brigitte Helm

Den Nazis war Science Fiction suspekt – eine bessere Welt als das NS-Regime konnte es ja in ihrer Logik nicht geben. Deswegen war das phantastische Kino unerwünscht. Gold ist eine der wenige Ausnahmen und beschreibt die Arbeit des Forschers Achenbach, der versucht, mit einem Atomreaktor Blei in Gold zu verwandeln. Technisch ist er auf dem richtigen Weg, aber der Wirtschaftsmodul Willis heuert einen Saboteur an, der das Werk zunichte macht. Bald darauf wendet sich dieser mächtige Mann im Hintergrund an Achenbachs Assistenten Holk, ob dieser nicht die Arbeit fortführen könne. Holk erkennt bald die wahren Zusammenhänge und willigt ein – aber er hat noch eine Rechnung offen…

Der Film, für einen Abenteuer-Action-SF-Film für heutige Verhältnisse etwas hüftsteif, überrascht vor allem durch seine fantastischen Bauten. Ungefähr 30 Jahre, bevor Ken Adam für die frühen James-Bond-Filme ähnliche Laboranlagen schuf, die ultramoderne Stahlbetonbauten in felswändigen Höhlen vorstellten, sehen wir dies alles hier schon vorhanden. Und die Kamera schweb in schindelnder Höhe um die Reaktoranlage herum, während die Figuren aufgeregt darauf herum laufen und alle möglichen Hebeln ziehen und Räder drehen. Und auch eine futuristische Untergrundbahn sehen wir in Aktion. Hut ab!

Hans Albers, der unter Karl Hartl unmittelbar davor schon in FP1 antwortet nicht in einem weiteren frühen deutschen SF-Film gespielt hatte, ist auch hier wieder ganz in seinem Element und agiert mit gewohnter Lässigkeit und verleiht seiner Stimme diesen unverwechselbaren leicht brüchigen Sing-Sang-Sound.

Wir zeigen den Film in einer digitalen DCP-Fassung, die den ganzen Charme des 35mm-Originals bewahrt hat.

Mo09.10.Di10.10.Mi11.10.Do12.10.Fr13.10.Sa14.10.So15.10.
18:30
€ 6 / € 5, € 55 / € 45, € 3, € 6,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen