Ich habe KIEL zu erzählen

24. Februar // So. // 17:00 // Kinosaal // Kino

Gerald Grote, Oliver Boczek. D 2018. 42 Min.

1936 kauft sich der Kieler Zahnarzt Dr. Rudolf Schultz eine Filmkamera, um das Aufwachsen seines Sohnes Dieter im Bild festzuhalten. Über die Jahre wurden viele Filmrollen belichtet – und alle erzählen sie viel mehr als nur die Geschichte dieses einen Menschen, geben sie doch auch Zeugnis über die Stadt an der Förde. Was der Film-Amateur Rudolf Schultz in den 30er Jahren begann, vollenden nun die Kieler Filmemacher Gerald Grote und Oliver Boczek. Das Ergebnis ist dabei viel mehr als ein stimmungsvoller Einblick in eine private Familiengeschichte; es ist auch und vor allem ein faszinierendes Zeitbild über unsere Stadt, das ab sofort ein nicht mehr wegzudenkender Baustein in der Kieler Erinnerungskultur sein wird. Den beiden Filmemachern Grote und Boczek gelingt es, das historische Filmmaterial sensibel und umsichtig, aber auch pointiert in Form zu bringen und uns zu einem Spaziergang durch die vergangenen Jahrzehnte einzuladen. Das Bildmaterial des Dr. Schultz zeigt dabei einmalige Qualität. Dieser Mann war sicherlich Zahnarzt; aber er war ganz sicher auch ein sehr großes Talent an der Filmkamera!

Ich habe KIEL zu erzählen ist ohne Übertreibung die lokale Filmsensation des vergangenen Jahres und des Jahreswechsels: Buchstäblich aus der Vergessenheit gerettet, gelangt dieses umwerfende Filmmaterial wieder ans Tageslicht (bzw. in den Projektorstrahl) und macht uns Kielerinnen und Kielern Ansichten unserer Stadt zugänglich, die in ihrer Art einmalig sind – wann hat man schon die Gelegenheit, das Bild der Stadt vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg so vielseitig zu betrachten zu können? Das Faszinierende dabei: Sind die Stadtansichten vom Hafen, von den Straßenzügen, den Plätzen und der schleswig-holsteinischen Landschaft ohnehin interessant für alle historisch Interessierten, so finden auch die privaten Szenen stets unsere Aufmerksamkeit – denn sie sind nie peinlich oder zu privat oder irrelevant; denn sie weisen immer über sich selbst hinaus und zeigen nichts weniger als ‚das Leben‘.

Mo18.02.Di19.02.Mi20.02.Do21.02.Fr22.02.Sa23.02.So24.02.
17:0017:0017:0017:0017:0017:00
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen
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