Emil Nolde. Maler und Mythos

30. Oktober // Mo. // 17:00 // Kinosaal // Kino

Wilfried Hauke. D 2017. 67 Min (Kinofassung)

Zum 150. Geburtstag von Emil Nolde am 7. August 2017 wirft der Film von Wilfried Hauke einen neuen Blick auf den wohl bekanntesten Maler des Expressionismus. Er zeigt einen Künstler in seiner – bis heute faszinierenden – weiten Landschaft in Schleswig-Holstein und einen durch und durch widersprüchlichen Menschen, der keineswegs nur das Opfer der NS-Zeit war, als den ihn die junge Bundesrepublik nur allzu gern sehen wollte. Im Film kommen Menschen zu Wort, die sich als Zeitzeugen noch an Nolde erinnern oder die sich um sein Werk oder seinen Garten kümmern. In einem zweiten Strang spürt der Film den Widersprüchen und vor allem Selbststilisierungen dieses Künstlers nach, der eben alles andere war als nur der unpolitische, von Licht und Blumen, von Meer und Weite schwärmende Naturmaler. Erstmals kommen hier Briefe und Dokumente ans Tageslicht, die Noldes Nähe zum Nationalsozialismus und sein Antisemitismus deutlich werden lassen. So schreibt er an Goebbels, er habe „von Beginn der Nationalsozialistischen Bewegung an als fast einzigster (sic) deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst, gegen das unsaubere Kunsthändlertum und gegen die Machenschaften der Liebermann- und Cassirerzeit gekämpft.“ Dass Nolde dennoch Malverbot bekam, lag schlicht daran, dass Hitler sich mit seinem Kunstgeschmack gegen den von Goebbels durchsetzte. Die Zeit ist reif, das ganze Bild zu zeigen: prächtige Werke, einen großen Künstler – und einen Menschen, der kein stiller Held des zwanzigsten Jahrhunderts war.

Mo30.10.Di31.10.Mi01.11.Do02.11.Fr03.11.Sa04.11.So05.11.
17:0017:00
€ 6 / € 5, € 55 / € 45, € 3, € 6,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen