Das Streben nach Perfektion

31. Mai // Fr. // 18:15 // Kinosaal // Kino

Toshimichi Saito. J 2021. 79 Min. OmU. Dokumentarfilm

Ein Film, der Appetit macht: Vier Spitzenköche aus Tokio werden in Toshimichi Saitos Dokumentarfilm Das Streben nach Perfektion porträtiert. Ihre Restaurants zählen zu den besten der Welt, was sich zum einen in den atemberaubenden Preisen niederschlägt, zum anderen in atemberaubend schönen Kreationen. Der Film porträtiert drei Köche und eine Köchin in dem Umfeld, in dem sie sich am wohlsten fühlen: in ihren Restaurants. Da ist etwa Natsuko Sh?ji, die ihre Karriere damit begann, kleine Küchlein zu backen, die sich bald so großer Beliebtheit erfreuten, dass sie ein Restaurant mit nur einem einzigen Tisch für gerade einmal sechs Personen eröffnete. Von der Chefin persönlich bedient, wird das Essen fast zu einem familiären Ereignis.

Ganz anders geht es in den Restaurants von Yosuke Suga zu, der am ehesten dem entspricht, was im Westen ein Starkoch wäre. Er lernte beim legendären Joël Robuchon und brachte die exquisite französische Küche nach Tokio. Die entsprechenden kulinarischen Ausflüge sind nicht ganz billg. Allein die Reservierung in einem der gezeigten Restaurants kostet schon mal einen dreistelligen Betrag, zum Beispiel in dem Sushi-Lokal von Takaaki Sugita, der als bester Sushi-Koch seines Landes und damit quasi der Welt gilt. Auf den ersten Blick wirkt sein kleines Restaurant wie jedes andere Sushi-Lokal, man sitzt an der Bar, dahinter hantiert der Chef, doch was Sugita auftischt wirkt so einfach und köstlich, das man den perfekt filetierten Thunfisch fast nur anschauen möchte, statt ihn zu essen. Noch extremer ist dieser Eindruck bei Takemasa Shinohara, der in seinem Restaurant Ginza Shinohara Kreationen serviert, die an Ikebana-Geflechte oder Tuschezeichnungen erinnern und so schön sind, das verständlich wird, warum viele Gäste häufiger ihr Handy in der Hand haben als die Stäbchen.

Dass uns in den kurzen 79 Minuten von Das Streben nach Perfektion das Wasser im Munde zusammenläuft, bleibt freilich nicht aus. Ein ästhetisches Vergnügen, das Appetit auf sehr gutes Essen macht.

Mo27.05.Di28.05.Mi29.05.Do30.05.Fr31.05.Sa01.06.So02.06.
18:1518:1518:15
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen