Daniel Hope – Der Klang des Lebens

19. Oktober // Do. // 18:30 // Kinosaal // Kino

Nahuel Lopez. D 2017. 100 Min. FSK 0. Dokumentarfilm

Rötliche Haare, heller Teint, englischer Akzent, mit Hemd und Jackett und einer Geige auf dem Schoß ??“ gehört man nicht zu den ausgewiesenen Kennern des klassischen Musikbetriebs und sieht Daniel Hope vielleicht das erste Mal in einer deutschen TV-Talkshow, dann scheint schnell alles klar zu sein. Klassischer Musiker im besten Alter, Medienprofi, die seriöse Ausgabe von David Garrett. Zappt man allerdings nicht weiter und hört Daniel Hope ein wenig zu, dann formt sich das Bild eines Musikers, der zwar früh sein Instrument entdeckt hat und dessen Begabung schnell erkannt wurde, der aber weit mehr als ein paar Wunderkind-Plattitüden zu erzählen hat. 1973 wird Daniel Hope in Südafrika geboren. Seine Mutter ist Tochter eines deutschen Auswandererehepaares, das vor der NS-Diktatur floh. Sein Vater ist irischer Abstammung, ein kritisch-intellektueller Verleger, der im Apartheitssystem politischen Repressalien ausgesetzt ist. Die Familie wandert 1977 nach London aus aber die berufliche Etablierung macht Probleme und so bangt die Familie um ihr wirtschaftliches Auskommen. Es ändert sich erst als Mutter Eleonor die Initiative ergreift und eine Stelle als Sekretärin Yehudi Menuhins antritt, mit der sich gleichzeitig für Sohn Daniel seine zukünftige Welt eröffnet. Jahrzehnte später begleitet der Film Daniel Hope ein Stück durch diese Welt voller Proben, Konzerten, bei Treffen mit alten Weggefährten und bei Momenten mit der Familie. Und durch alles zieht sich ein Roter Faden, der die Generationen seiner Familie stellvertretend für viele Familien des 20. Jahrhunderts in Europa verbindet: die Themen Migration, Vertreibung, Heimatverlust und Neuanfang. Sie finden sich bei Daniel Hope nicht nur in seiner Familiengeschichte, sondern setzen sich darüber hinaus in seiner Beschäftigung mit Musik fort. Der Film über den auch schriftstellerisch tätigen Ausnahmemusiker begeistert als eine „…lebendige, facettenreiche biographische Musikdoku über den angesehendsten Violinisten der Moderne…“, dem weiterhin der Schritt gelingt, „…die klassische Musik heraus aus dem Elitären heraus in den Alltag der Menschen zu holen.“

Mo16.10.Di17.10.Mi18.10.Do19.10.Fr20.10.Sa21.10.So22.10.
18:3018:3018:3018:30
€ 6 / € 5, € 55 / € 45, € 3, € 6,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen