Bad Director

31. Mai // Fr. // 20:00 // Kinosaal // Kino

Oskar Roehler. D 2023. 133 Min. Mit Oliver Masucci, Anne Ratte Polle, Bella Dyane.

Da rechnet jemand mit dem Filmbusiness ab – aber gehörig! Oskar Roehler (Die Unberührbare, Elementarteilchen, Jud Süß – Film ohne Gewissen) verfilmt hier seinen eigenen Roman mit dem richtungsweisenden Titel Selbstverfickung (2017) – die Geschichte eines alternden Regisseurs, der damit hadert, sein Leben im Kulturbetrieb verplempert zu haben. Dieser Regisseur heißt – Achtung: Gregor Samsa, und genoss mal große Zeiten, doch das ist lange her. Inzwischen nervt ihn alles an seinem Leben und an der Branche, in der er mehr dahinvegetiert, als arbeitet. Am Tag des deutschen Filmpreises taumelt er vom Bordell direkt zur Gala, auf der man sich gegenseitig falsche Komplimente macht und die prominenten Schauspielgrößen ihre nur durch Skrupellosigkeit errungene Prominenz selbstverliebt ausstellen. Am nächsten Tag soll die erste Klappe zu Samsas neuem Film fallen, doch als er (nach famosem Puffbesuch) am Set ankommt, liegen seine Beruhigungspillen nicht bereit, sein selbstverliebter Hauptdarsteller Fabian plustert sich als Method-Actor auf, und die hysterische Diva Konstanze will ihre Rolle umgestalten…

Mit Ausnahme von Die Unberührbare waren Roehlers Film bislang immer eher brachial als subtil. Roehlers Motto ist Radikalität. So auch hier: Bad Director ist krasseste Satire, ein ungehemmtes Um-sich-Treten. Darin durchaus Vergleichbar mit Polanskis letztem Film The Palace, in dem – schöne Überleitung – ebenfalls Oliver Masucci brillierte. Nichts kann seine Performance als Regisseur übertreffen, der Oskar Roehler äußerlich zum Verwechseln ähnlich sieht und dessen Macken perfekt und damit schonungslos imitiert. Ohne Rücksicht auf Verluste, am wenigsten die eigenen, stellt Roehler hier ein veritables Arschloch in den Mittelpunkt. Ein Schelm, der hier Roehler selbst erkennen möchte: Bad Director wirkt am Ende wie ein wütendes Fanal, mit dem der Regisseur sämtliche Brücken hinter sich abbricht und sein Verhältnis zur deutschen Filmbranche endgültig kappt.

Mo27.05.Di28.05.Mi29.05.Do30.05.Fr31.05.Sa01.06.So02.06.
20:1520:0020:0020:00
€ 7 / € 6, € 65 / € 55, € 4, € 7,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen