Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

27. Juni // Di. // 20:30 // Kinosaal // Kino

Julian Radlmair. D 2016. 99 Min. Mit Julian Radlmair, Deragh Campbell

Der angehende Filmemacher Julian lebt im hippen Berlin und hat dort mit den üblichen Alltagsproblemen zu kämpfen, die den meisten noch nicht etablierten Filmschaffenden in Deutschland zu schaffen machen: Es hapert an der Finanzierung seines neuen Projekts. Weil die Filmförderung Gelder verweigert, sieht er sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Daneben hat er ein Auge auf die charmante Kanadierin Camille geworfen, die ihr Zelt in Berlin aufgeschlagen hat. Als kreativer Kopf macht er aus der Not eine Tugend und behauptet kurzerhand, der Job sei Recherche für seinen nächsten Film, der die Arbeitsbedingungen in einer quasi kommunistischen Gemeinschaft zum Thema haben soll – und verspricht Camille die Hauptrolle. So verbringt das Duo zusammen mit anderen merkwürdigen Gestalten – einem Vietnamesen namens Hong, was bezeichnenderweise Ho ausgesprochen wird, diversen polnischen Erntehelfern und Berliner Hipstern – den Sommer auf einer Apfelplantage in Brandenburg, wo die Träume vom filmischen und kommunistischen Kollektiv mit der Realität kollidieren. – Julian Radlmaiers Film ist keineswegs ein unreflektiertes Plädoyer für das Leben in der Kommune und einer Rückkehr zu Produktionsgenossenschaften. Mit viel Selbstironie und Präzision skizziert er das Berliner Hipsterleben, in dem junge kreative Menschen aus aller Welt mit allerlei Projekten jonglieren und sich selbst viel zu ernst nehmen.

Mo26.06.Di27.06.Mi28.06.Do29.06.Fr30.06.Sa01.07.So02.07.
20:3020:3020:30
€ 6 / € 5, € 55 / € 45, € 3, € 6,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen