Dokumentarfilmsommer: Ein deutsches Leben

30. Juli // So. // 18:30 // Kinosaal // Kino

Christian Krönes, Olaf S. Müller, Roland Schrotthofer, Florian Weigensamer. Ö / D 2016. 113 Min. Mit Brunhilde Pomsel

„Nein. Ich würde mich nicht als schuldig betrachten“, sagt die alte Dame mit fester Stimme. 103 Jahre ist Brunhilde Pomsel alt, als die vor die Kamera tritt, um aus ihrem Leben zu erzählen. Sie war die Sekretärin von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels und eine der letzten Zeitzeuginnen, die aus dem Machtzentrum des Nazi-Regimes berichten konnten. Mit wachem Verstand erzählt die betagte Dame von damals. Redet über ihren Chef und ihr Wissen über die Existenz von KZs. Über die Frage von Schuld. Und die Unfähigkeit zum Widerstand. Kontrastiert werden die Interview-Passagen durch Archiv-Material: Von Ausschnitten aus Nazi-Propaganda-Werken bis zu Bildern der Befreiung der Konzentrationslager.  Als „Warnung an die heutige und künftige Generationen“ wollte sie ihre Lebenserinnerungen verstanden wissen. Der Dokumentarfilm „Ein deutsches Leben“ regt zu Diskussionen über Moral und Menschlichkeit an und ist zugleich das letzte Zeugnis von Brunhilde Pomsel, die Anfang 2017 im Alter von 106 Jahren verstarb. Die bestechende Ehrlichkeit der alten Dame ist beeindruckend und provokativ zugleich. Wie hätte man denn damals selbst gehandelt? Und: Wie steht es heute um die persönliche Verantwortung im aktuellen Zeitgeschehen? Ein Dokumentarfilm, der diese Fragen implizit und ohne Pathos oder belehrenden Zeigefinger stellt.

Mo24.07.Di25.07.Mi26.07.Do27.07.Fr28.07.Sa29.07.So30.07.
18:3018:3018:3018:30
€ 6 / € 5, € 55 / € 45, € 3, € 6,
Aufschlag ggf. bei Überlänge, Begleitung mit Livemusik und Sonderveranstaltungen