BEATSTEAKS

20. August // So. // 20:00 // Saal // Konzert

19:00

Tickets ab dem 19.07. auschließlich hier:
www.beatstuff.de

Ja, die Beatsteaks. Bin ja Fan der Truppe seit immer. Für mich die prägende Band der letzten Jahrzehnte – neben REO Speedwagon natürlich. Ein Blick in meinen gut sortierten Plattenschrank: „Smack Smash“ und „Boombox“ und „Living Targets“, alles dabei. Ach ja, und der Klassiker: „48/49“, mein gefühltes Alter, auf der Plattenbörse für einen vierstelligen Betrag geschossen. War also Ehrensache, dass sich die Hetzer-Clique gemeinsam in den Boliden warf, als uns die Berliner zum Probehören der neuen Langrille eingeladen hatten. Waldi hatte sich allerdings erst bereit erklärt, mit zu kommen, als uns das Management gekühlte Drinks satt zugesichert hatte. „Ihr wisst, ich kann auch ohne Spaß Alkohol haben“ erklärte das Urviech grinsend. Wir hatten volles Verständnis, hatten schließlich gerade erst vier Wochen Brasilien mit der Nationalelf hinter uns. 30 Tage nur Bitburger Drive und Jever Fun, das zwang sogar Routiniers in die Knie.
Nun also „Beatsteaks“, neue Scheibe der, klaro, Beatsteaks. Gefiel mir ja schon mal super. Einfach alles dabei. Rock! Punkrock! Melodien! Und, hehe, Hardcore! Bei letzterem waren die Jungs aus der Clique ja quasi auch Experten. Zwinker, zwinker! Gab trotzdem ?“rger mit der Clique, als ich die Platte im Auto zu Gehör brachte. „Ausmachen!“ maulte Waldi. Kulturlose Gesellen! „Soll ich mal schauen, ob ich das Naabtal Duo dabei habe?“ giftete ich in Richtung Waldi. Der grinste nur. Nun denn, ich trat das Gas jedenfalls mächtig Richtung Süden. Fünf Minuten später hatte uns auch schon die Trachtengruppe rausgewinkt. Meine großzügige Spende für die Kaffeekasse der Polizeiwache Helmstedt kam dann weniger gut an. Erst als ich auch noch zwei Beatsteaks-Alben draufgelegt hatte, wurde gute Weiterfahrt gewünscht. Kloppten sich die Wachtmeister richtig drum. Warum nicht gleich so? Gerd schob derweil seine Lesebrille zurecht und las die Songtitel laut vor: „A Real Paradise! Up On The Roof! Pass The Message!“ War Waldi natürlich schon wieder enttäuscht. „Das ist ja alles auf englisch!“ Ein Mann von Welt! Horny Mike gefiel die Musik außerordentlich gut. „Sind das die Stones?“ fragte unser Junior neugierig. Der Mann holte sich seine Platentipps offenbar immer noch von Peter Illmann.

„So ungefähr!“ knurrte ich und schlitterte mit einer lupenreinen Rockford-Wende auf das Veranstaltungsgelände. Schau an, da war ja auch noch ein freier Parkplatz. Delle riss im Vorbeifahren lässig ein Hinweisschild ab. „Reserviert für Arnim Teutoburg-Weiß“ buchstabierte er. Wer immer das auch sein sollte, der kam sicher nicht mehr. Wir parkten unfallfrei ein und schlugen uns in Richtung Theke durch. Natürlich gleich mal das anwesende Stöckelwild katalogisiert. Puh, da standen die meisten ja schon länger in der Kühlung. Aber auf alten Schiffen lernt man segeln, Freunde! Während sich die Kollegen eine Batterie Schlüpferstürmer einwarfen, wartete ich auf meinen Einsatz. Aus den Boxen dröhnte bereits die erste Auskopplung. „Gentlemen of the year!“ Endlich mal ein Lied über mich. Dazu hatten die Jungs ja einen lässigen Tanz drauf. Aber ganz großes Aber, das konnte Onkel Günter natürlich viel besser. Jetzt würde der Routinier den Burschen mal zeigen, wo der Ziegenbock den Honig holt. Schnell den Konfettianzug aus dem Kofferraum geholt, auf der Doppelnull frisch durchgewischt und ab auf die Tanzfläche. Hatte schließlich 1981 an der Volkshochschule mein Breakdance-Diplom mit Auszeichnung absolviert. Hätte mich allerdings doch aufwärmen sollen, bei den Ausfallschritten zwickte es doch mächtig im Lendenbereich.
Eine Stunde später konnte ich meine Beine wieder bewegen. Ein Blick aufs Zeiteisen. Ging die Präsentation nun mal langsam los? Eine Assistentin mit Klemmbrett erklärte augenrollend, dass der Sänger Arnim sich wohl verspäte. Irgend so ein Depp habe seinen Parkplatz belegt. Wir schauten empört. War das denn zu glauben, wer machte denn bitte sowas?
(Günter Hetzer // 11 Freunde)