
Der Ethnologe und Fotograf (Geo, Stern, National Geographic, Life) Christoph sucht in Benin, dem Mutterland des Voodoo-Kultes, Ursprünge und Aspekte einer Religion, die Außenstehenden weitgehend verschlossen bleibt. Sein Film ist klar strukturiert: Auf kurzen Texttafeln wird erläutert, was es in der nächsten Szene zu sehen gibt – ein Heilungsritual, ein Exorzismus, ein Reueritual, oder eine Priesterweihung. Anschließend folgen unkommentierte, phantastisch klare Filmaufnahmen der Rituale, denen die „Geo“-Vergangenheit des Regisseurs deutlich anzumerken ist.
Dank hervorragender Kontakte und mit unaufdringlich kleinem Team gelingen nie gesehene Bilder von größtmöglicher Authentizität. Farbe, Bewegung, Choreographie, Musik und die magischen Gegenstände und Kostüme entfalten auch im Kino noch eine eindrucksvolle Wirkung, wobei Tieropfer und blutige Rituale für das europäische Auge durchaus drastisch ausfallen. „Wer das Angebot annimmt, sollte daran denken, dass für einen Nicht-Christen das Sakrament der Kommunion leicht als Blutsauferei und Kannibalismus, also ziemlich befremdlicher Vorgang, interpretiert werden kann. So liegt am Ende in Henning Christophs Verzicht auf Sinndeutung ein Verdienst: Wie weit es mit der eigenen religiösen Toleranz eigentlich her ist, lässt sich anhand der Reaktion auf diese Bilder leicht feststellen.“ (Berliner Zeitung)





